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Don Giardino Selbstversorger

Don Giardino

Eine Rezension zu schreiben von einem Autor, den man kennt, stellt sich als recht schwierig dar. Deshalb drücke ich mich schon eine Weile davor, das Buch „Mein Weg in ein nachhaltiges Leben“ von Don Giardino Selbstversorger zu besprechen.

Kennengelernt habe ich Don Giardino auf Instagram, wobei ich nicht erinnere, wer wem zuerst gefolgt ist. Auf jeden Fall fand ich das, was er machte, sehr spannend und so ganz auf meiner Linie. und da er bereits viele Sorten von seinem Großvater erhält, hat er sich bereit erklärt, etliche von Wolfgang Kreimers Tomatensorten zu übernehmen, die sonst wohl verloren gegangen wären. Jetzt kümmert es sich darum und ich freue mich, diese bald vermarkten zu können.

Ups, jetzt aber schnell wieder zum Buch. Don Giardino beschreibt darin seinen Weg vom IT-Fachmann zu einem Gärtner, der für seine Kinder gesunde und natürliche Nahrung anbauen wollte. Unterstützung fand er dabei von seinem Großvater, der in Sizilien einen großen Garten bewirtschaftete und über mehr als 50 Jahre alte Sorten bewahrte und pflegte. Es ist hochinteressant, zu lesen, wie sich alles entwickelte, von einem kleinen Garten vor der Wohnung bis zu einem Haus mit 1.500 qm Gartenfläche. Über Jahre wurde die Fläche urbar gemacht und nach und nach mit Gemüsebeeten und Obstbäumen bestückt. Jedes Jahr brachte neue Erkenntnisse, neue Enttäuschungen, neue Learnings und jede Menge Gemüse und Obst. So findet sich in diesem umfangreichen Werk nicht nur Gartenwissen, sondern auch einige Rezepte für die Vorratshaltung, u. a. für die traditionelle sizilianische Passata di Pomodori.

Und weil Don Giardino ein Nerd ist, hat er über die Jahre systematisch das Gartengeschehen dokumentiert und läßt uns nun daran teilhaben. In einer ausführlichen Tabelle listet er z. B. auf, welche Sorten er anbaut und wie er sie verwendet bzw. verarbeitet. Für seinen Garten hat er eine Variation der Permakultur entwickelt, die zu 99 Prozent auf Kreislaufwirtschaft und nur im Ausnahmefall auf Zukauf von aussen setzt.

Für das Buch hätte man sich auch Bilder gewünscht und einen umsichtigen Lektor, aber vielleicht ist das für die kommenden Auflagen möglich. Ein lesenswertes Buch für alle, die sich mit dem Gedanken an einen Selbstversorgergarten tragen und für alle anderen Nutzgartenfans auch. (www.don-giardino.com, EUR 14,99)

Friede den Maulwürfen

Friede den Maulwuerfen

Friede den Maulwürfen

Dieses Buch zu besprechen bereitet mir große Probleme, denn wo anfangen? Bei Bösewichten und Plagegeistern? Bei Schädlingen und Nützlingen? Bei süßem Viehzeug, wenn es einzeln auftritt, in Massen aber eine Plage ist? Ich weiß es nicht.

Fangen wir damit an, dass Sigrid Tinz, die Autorin, jedem vermeintlichen Schädling eine Stimme gibt, was ziemlich witzig daher kommt.

Die Schnecke z. B. sagt, dass sie für die Rückführung organischen Materials in den Kreislauf der Natur verantwortlich ist und daher alles frisst, was nicht mehr frisch und knackig ist: „Eure ganzen Setzlinge zum Beispiel (…). Wie sie da liegen, drei Blättchen, die Wurzeln geknickt und verletzt, halbtot, hungrig und durstig (…). Denen geht es nicht gut, die können weg.“ Aus der Sicht, tja….. Muss man mal überdenken; oder was meinen Sie?

Oder der Mehltau, der sich darauf beruft, für jede Pflanze einen eigenen zu haben, für Gurken, Trauben, Astern, Zucchini, Rosen, Salat, etc. Und der sich auf „Fressen und gefressen werden“, beruft, was bedeutet, dass z. B. viele Marienkäferarten und andere Tierchen den Mehltau, also Pilze, gerne fressen. Ihn zu vermeiden, ist schon mit ein paar Maßnahmen, geeignete Standortwahl, gesundes Bodenleben, entspannte Gartennutzung, möglich.

So geht es fröhlich um alles, dem wir eine schädliche Wirkung im Garten zuschreiben, das aber bei naturnahem Gärtnern kaum je die Überhand bekommt.

Schlußendlich macht die Autorin, Journalistin und Umweltreferentin, klar, dass Totholzhaufen, Wasserstellen und wilde Ecken im Garten dazu führen, dass sich – zusammen mit den Nutz- oder Zierpflanzen – ein natürliches Gleichgewicht im Garten entwickelt, das Nutzen und Schaden austariert. Oder wie ich immer sage: „Wer einen Garten hat, muß teilen können.“ (Pala-Verlag, ISBN 978-3-89566-393-2, EUR 16,00)

Mein Garten fürs Leben

Anfang Mai habe ich auf Instagram gepostet: Dieses Buch ist der Knaller, dabei hatte ich erst angefangen zu lesen. Und nun, nachdem ich mit „Mein Garten fürs Leben“ durch bin, kann ich das von ganzen Herzen bestätigen.

Was macht den Unterschied zu anderen Gartenbüchern? Das Wissen von Wolfram Franke, seine Art zu schreiben und dass er in seinem Buch Beobachtungen teilt, die ich auch gemacht habe, die aber nirgends sonst aufgeschrieben wurden. Ich habe mich darüber gefreut wir ein Kind. Wolfram Franke ist lange Jahre Chefredakteur von „kraut & rüben“ gewesen und zu seiner Zeit hat mir die Zeitschrift sehr gut gefallen. Das lag an dem wunderbaren Erzählstil, den er pflegte und der auch bei den Kolleg*innen üblich war. Und nun habe ich ihn in diesem Buch „Mein Garten fürs Leben“ wiedergefunden und bin total begeistert.

Der Autor belehrt nicht, sondern erzählt von den Erfolgen und Misserfolgen, die er bei der Anlage und Pflege seines Mitte der 1990er Jahre übernommenen Gartens gemacht hat. Das reicht von der Planung über die Erstbepflanzung (und dabei gemachten Fehlern) bis zu Pflege und gelegentlichen Umgestaltung kleinerer Areale. Natürlich gab und gibt es in dem Garten eine Menge Zierpflanzen, gerne insektenfreundlich, aber immer nach Gusto ausgewählt. Es gibt eine Musikmuschel, einen Badeteich, Hochbeete in verschiedenen Formen und natürlich ein Gartenhäuschen, alles selbst geplant und gebaut.

Aber mich interessiert in erster Linie natürlich der Nutzgarten. Wolfram Franke gärtnert in Mischkultur und probiert alles zwischen Gertrud Frank und Marie-Luise Kreuter. Vieles davon habe ich auch schon probiert und bin oft zu gleichen Erkenntnissen gekommen, u. a., dass die geringen Erträge bei manchen Kürbissorten den Aufwand nicht lohnen. Ich steuere noch dazu bei, dass man in einem kleinen Haushalt garnicht so viele Kürbisgerichte zubereiten kann, ohne sich daran zu überessen.

Beim Thema Düngung beschreibt er, dass er Brennnesseljauche dazu benutzt, obwohl die Düngewirkung nicht nachgewiesen ist. Er hat aber festgestellt, dass die Pflanzen nach einer Gabe Brennnesseljauche einen regelrechten Wachstumsschub hinlegen. Das konnte ich bei meinen Versuchen damit auch feststellen, bin aber fälschlicherweise davon ausgegangen, dass es an der Düngewirkung liegt (wieder was gelernt).

Zu den jeweiligen Gartenarealen beschreibt er in einer kleinen Übersicht die Pflanzen, die er ausgewählt und mit denen er gute Erfahrungen gemacht hat. Schöne Fotos und übersichtliche Illustrationen ergänzen seine Ausführungen. Mir hat das Lesen ungeheuren Spaß gemacht und ich wünsche mir, dass das bei Ihnen auch so sein wird. (blv-Verlag, ISBN 978-3-96748-002-4, EUR 30,00)

Rhabarber-Sirup

Rhabarber-Sirup

So mache ich Rhabarber-Sirup:

Rhabarberstängel (Menge nach Belieben) kleinschneiden,

mit etwas Wasser zum Kochen bringen

und weich köcheln (dauert nicht lange).

Dann sehr fein pürieren und mit etwas Bio-Zucker abschmecken.

Ich nehme nur soviel Zucker, dass die „Sauerspitze“ (oder wie immer das richtig heißt) abgemildert wird. Der Sirup wird davon nicht süß!

Dann aufkochen, in Flaschen abfüllen und fest verschliessen.

Servieren wahlweise mit eisgekühltem Sprudel oder auch mit einem guten

Winzersekt. SEHR lecker!

Junger Löwenzahn auf Toast

Loewenzahn

Junger Löwenzahn auf Toast

(von Regina Probst, Bad Hönningen)

 

Ein großes Sieb voll junger Löwenzahnblätter

Knoblauch nach Belieben

Olivenöl

Toast

Zitronensaft

Salz          

 

Knoblauch hacken und im Olivenöl sanft anbraten. Geputzte Löwenzahnblätter hinzugeben und zusammenfallen lassen. Dünsten, bis alles weich ist. Mit Zitronensaft und Salz abschmecken. Auf geröstetem Toastbrot servieren.

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Wilder Löwenzahn enthält zahlreiche Bitterstoffe, die den Körper in seiner Funktion unterstützen. Besonders im Frühjahr ist eine Kur mit Löwenzahn das Mittel der Wahl, um vor allem der Leber beim Entgiften zu helfen. Ich kaue dazu am Morgen, bevor ich etwas anderes zu mir nehme, 1-2 Blättchen Löwenzahn. Und schon habe ich meinem Körper etwas Gutes getan. Easy!