Kategorie: Gartenbücher

Sie finden ausgesuchte Gartenbücher. sie werden von mir besprochen, weil ich glaube, dass sie für Sie in irgendeiner Weise nützlich sein können. Sie können mir auch einfach gefallen haben, dann  bin ich unbedingt der Meinung, dass Sie sie kennenlernen sollten.

Die Kraft der Wurzeln

Titelbild: Die Kraft der Wurzeln

Ein buchstäblich unterirdisches Thema hat sich die Wildkräuter-Spezialistin Simone Schalk mit diesem Buch ausgesucht: Die Kraft der Wurzeln. Die heilenden Kräfte unserer Wild- und Gemüsepflanzen-Wurzeln sind in der Vergangenheit aus dem Blick geraten, Blätter und Blüten ernten ist einfacher und schneller zu lernen als Wurzeln graben. Zumal hier noch spezielles Wissen über das Aussehen der Pflanzen im Ruhezustand notwendig ist. Der Schnelleinstieg im Umschlag führt gleich zu den Rezepten für diverse gesundheitliche Beschwerden. Nach der Erläuterung von Basiswissen zu Ernte, Handhabung und Heilverfahren werden die einzelnen Wild- und Gemüsepflanzen, deren Wurzeln wir in unserem Breiten nutzen können, beschrieben. Die meisten Rezepte sind so angelegt, dass sie auch von Ungeübten zubereitet werden können, was insbesondere für Tees und Räucherwerk gilt und für die Rezepte mit den Gemüsepflanzen-Wurzeln. Abgerundet sind die Texte mit schönen Fotos der vorgestellten Pflanzen und Wurzeln, ein Serviceteil am Buchende gibt Tipps zu Bezugsquellen und weiterführender Literatur. Als Einstiegsbuch zu lesen oder als Vorbereitung zu einem Seminar in der Heilpflanzenschule von Frau Schalk. (Ulmer Verlag, ISBN 978-3-8001-0807-7, EUR 19,90)

Das Kraterbeet

Buchtitel: Das Kraterbeet

Als ich dieses Buch fertig gelesen hatte, ging mir folgender Gedanke durch den Kopf: Da ist doch die Gartenbau-Ingenieurin mit ihr durchgegangen (übrigens durchaus positiv gemeint)! Kraterbeete, Senkgärten, Sonnenfallen; im vorliegenden Buch hat Natalie Faßmann sich ausführlich mit „gebauten“ Beeten beschäftigt, die Vorteile dargelegt, die Nachteile nicht verschwiegen. Sehr gut gefällt mir der Abschnitt über das Mikroklima.

Natürlich weiß man, wenn man seinen Garten einige Jahre bewirtschaftet hat, das bestimmte Pflanzen an einem Ort besser wachsen als an einem anderen. Aber in diesem Buch finden Sie die Erklärungen dafür, sehr gut verdeutlicht mit diversen Zeichnungen, für die in diesem Falle Margret Schneevoigt verantwortlich zeichnet. Auch die Bestimmung der Bodenart, ohne das man aufwendige Laboruntersuchungen vornehmen muß, ist einleuchtend erklärt. Wie noch Vieles mehr: wie baut man ein Kraterbeet, wie wird es bepflanzt, wie wird es gepflegt, woran erkennt man die Bedürfnisse der Pflanzen, die man gesetzt bzw. gesät hat. Und warum sollte man überhaupt große Löcher in den Boden graben, statt ein „normales“ Beet zu bearbeiten?

Auch nützliche Pflanzenportraits finden sich in diesem informativen Buch aus dem Pala Verlag, ebenso wie jede Menge Tabellen: zur Mischkultur, zu Stark-, Mittel- und Schwachzehrern, zu Schädlingen, zu empfehlenswerten Pflanzen für bestimmte Gartensituationen, zu Mulchmaterialien, und und und. Zum Schluß wird noch Karl Foersters Senkgarten in Potsdam vorgestellt, der sozusagen ein erweitertes Kraterbeet ist. Natürlich fehlen nicht die Literaturhinweise und die Bezugsquellen. Falls Sie sich mit dem Gedanken tragen, in Ihrem Garten mal etwas Neues auszuprobieren, sollten Sie das Buch „Das Kraterbeet“ unbedingt ins Auge fassen. (Pala Verlag, ISBN 978-3-89566-355-0, EUR 14,00)

Saatgut – Wer die Saat hat, hat das Sagen

Titelseite: Saatgut - Wer die Saat hat, hat das Sagen

Nach der großen Protestaktion, die sich in 2013 gegen die Verabschiedung der geplanten EU-Saatgutverordnung formierte und diese mit Erfolg verhinderte, ist das Interesse am Thema Saatgut wieder abgeflaut. Offenbar ist vielen Leuten immer noch nicht bewußt, welche Bedeutung der Verlust der Saatgut-Vielfalt für die Ernährungssouveränität der Menschen hat.

Hier setzt das Buch von Anja Banzhaf, einer Saatgutaktivistin an, die sich der Mühe unterzogen hat, die unterschiedlichen Seiten des Themas zu beleuchten. „Saatgut – Wer die Saat hat, hat das Sagen“ ist eine umfassende Darstellung der Situation auf dem konzerngesteuerten Saatgutmarkt, des Saatguts als bäuerliches Erzeugnis, des althergebrachten Gemeinguts Saatgut und der Rückeroberung des Saatguts durch die Öffentlichkeit und Züchter, die ein weitergehendes Verständnis von Vielfalt haben. Dazu finden sich ca. 50 Interviews und sogenannte Streifzüge, in denen Protagonisten der Saatgutszene zur derzeitigen Situation äußern bzw. Projekte beschrieben werden. So z. B. die Bäckerbauern in Frankreich, die ihr eigenes Backgetreide anbauen, der Kampf von Carsten Ellenberg um die Kartoffel „Linda“, wie Reinhard Lühring auf der Suche nach den alten bäuerlichen Sorten durch ostfriesische Hausgärten streift oder die GeLa Ochsenherz in Österreich neue Tomaten züchtet und alte erhält.

Oft sind Bücher, die sich mit dem Thema beschäftigen ziemlich trocken, weil die Gesetzgebung so undurchsichtig ist und sich die Autoren oftmals darin verheddern. Anja Banzhaf aber hat es durch den Aufbau des Buches verstanden, das Thema lebendig zu gestalten und durch kurze, präzise Texte die Aufmerksamkeit zu fesseln. Die Erklärungen, insbesondere zur Hybridzüchtung, aber nicht nur, sind ausgesprochen erhellend. Etliche Fotos, Zeichnungen und Schaubilder runden die Themen ab, ebenso wie ein Personen-, Literatur und Bezugsquellenverzeichnis. SEHR wichtig für alle, denen das Thema Ernährungssouveränität und Selbstversorgung am Herzen liegt. (Oekom Verlag, 978-3-86581-781-5, EUR 19,95)

Schwester Christas Mischkultur

Titelseite: Schwester Christas Mischkultur

Schwester Christas Mischkultur zum Xten! Aber diesmal aus der Sicht und mit Hilfe von Jutta Langheineken, Ihres Zeichens Agraringenieurin, Buchautorin und Gartenjournalistin. Um es vorweg zu sagen, inhaltlich hat sich nicht so viel geändert zu den vorherigen kleinen Mischkultur-Büchlein. Aber die Umsetzung, die Beschreibungen und Erklärungen sind äußerst gelungen, da merkt man die Hand der Journalistin.

Ausserdem verfolgt der Ulmer Verlag ein neues Konzept mit seinen Gartenbüchern: Weniger Text, viele erklärende Bilder und Zeichnungen und ein neues Outfit machen Lust, die Bücher zur Hand zu nehmen. Natürlich gibt es die bewährten Übersichten mit Mischkulturvorschlägen, die Tabellen mit den günstigen und ungünstigen Nachbarn, die erhellenden Zeichnungen, dazu Bilder, die über das Übliche hinausgehen und immer auch ein wunderbares Ambiente transportieren.

Daneben aber gibt es viele Sidesteps, die Begriffe erklären, Tipps geben, Themen aufgreifen, gerade so, als hätten die beiden Autorinnen beim Lesen neben einem gesessen und die aufkommenden Fragen voraus geahnt. Schön finde ich, unter Anderem, die Übersicht zur Einschätzung von Erntemengen für ein 10 qm Beet, die für einzelne Sorten beispielhaft ausgewiesen werden. Und spannend sind auch die Besuche in einigen Gärten, deren Besitzerinnen sich mit speziellen Sichtweisen auf den Nutzgarten auseinandersetzen, z. B. bei Margarete Langerhorst, deren selbst entwickelte Mischkultur ich Ihnen vor einer Weile vorgestellt habe. Auch das Francksche Kultursystem wird nochmal vorgestellt, so dass jeder für sich herausfinden kann, was in seinem Garten sinnvoll ist.

Toll finde ich auch, dass das Thema „Mischkultur und Obst“ näher beleuchtet wird, denn auch ich habe eine Obstwiese und die Idee, dass da doch ausser Bäumen noch mehr wachsen könnte. Ich mag dieses Buch und Sie werden es auch mögen. (Ulmer Verlag, ISBN 978-3-8001-1274-6, EUR 24,90)

Gartengestaltung mit Hochbeet

Titelseite: Gartengestaltung mit Hochbeet
Titelseite: Gartengestaltung mit Hochbeet

Titelseite: Gartengestaltung mit Hochbeet

Neulich ist mir mein Garten-Moodboard aus Armsheim wieder in die Hände gefallen. Es konnte mir nicht blumig, verspielt und verschnörkelt genug sein. Hier in Frickenhausen, wo der Garten ein langer, meist stark ansteigender Schlauch ist, kann man mit so etwas gar nichts anfangen.

In den letzten drei Jahren habe ich (schmerzlich….) gelernt, dass so ein spezieller Gartenzuschnitt vor allem eins braucht: Ordnung und Struktur. Daran arbeite ich gerade und dabei haben mich viele Ideen aus dem neuen Buch der beiden Gartenjournalistinnen Victoria Wegner und Dr. Heidi Lorey inspiriert.

Gartengestaltung mit Hochbeet bietet hier ganz viele Anregungen, die auch für gut strukturierte Gärten Üppigkeit und Vielfalt bieten. Sie haben dazu sowohl eigene Erfahrungen als auch ausgewählte von KollegInnen zusammengetragen und das ergibt einen bunten Strauß an Möglichkeiten, die gerade im Vergleich so anregend wirken. Egal, ob Ihr Ideal ein mittelalterlicher Klostergarten ist, ob Sie einen schattigen Hof begrünen wollen oder den Garten „nur“ zum relaxen nutzen wollen, mit Hochbeeten in verschiedenen Materialien bieten sich unendliche Möglichkeiten der individuellen Gestaltung.

Alle Vorschläge sind reich bebildert, mit Übersichts- und Detailaufnahmen, so dass man sich alles gut vorstellen kann. Im Praxisteil finden sich dann Tipps und Empfehlungen zu den möglichen Baumaterialien der Hochbeete, zur Bepflanzung und zur Pflege. Denn eins sollten Sie auch nicht vergessen: ein Hochbeet ist zwar bequem, aber gepflegt werden muss es auch. (Callwey, ISBN 978-3-7667-2217-1, EUR 39,95)