Kategorie: Kochbücher

Sie finden hier ausgesuchte Kochbücher. Sie werden von mir besprochen, weil ich glaube, dass Sie für Sie in irgendeiner Weise nützlich sind.

Life in Balance

Buchtitel: Donna Hay - Life in Balance

Und wieder einmal Donna Hay, die australische Ausnahmeköchin. Diesmal hat sie sich dem Wohlfühlgenuss (okay, das ist gerade der Renner, aber….) gewidmet mit Rezepten, die leicht und gesund sind. In der Einführung schreibt sie, dass sie Essen mag, dass sie verwöhnt, erfrischt oder tröstet. Ich finde, „Life in Balance“ ist ein guter Ansatz, um lecker und ausgewogen zu kochen. Mit den Rezepten führt sie durch den Tag, sorgt für einen guten Start, leckere Snacks und Hauptmahlzeiten und wohlschmeckenden Ausklang nach dem Essen. Ich mochte die Grüngemüse-Eier-Pfanne (ohne Sumach), Vollkorn-Ramen mit glasiertem Huhn und Grünkohl (ich hatte auch keine Vollkorn-Ramen zur Hand, also habe ich die normalen genommen) und – mein absoluter Favorit und jetzt Immer-Begleiter-Powersnack – Dattelriegel mit Kernen. Die habe ich gebacken und ein Teil davon meinen Kindern geschickt, die ebenfalls total begeistert waren. Insgesamt sind die Rezepte ein bißchen asiatisch inspiriert, was ich sehr mag, die Küche ist einfach, leicht und erfrischend. Vieles an Gewürzen kann man m. E. ersetzen, die meisten aber wird man in einem gut sortierten Asialaden bekommen.
Es gibt kein Buch von Donna Hay, das nicht durch aussergewöhnliche Fotografien glänzt und dieses gehört selbstverständlich dazu. Man könnte vom Foto essen! Und natürlich beschreibt sie im Detail die Lebensmittel und ihre Verwendung in der Küche. Die Einteilung des Buches unterliegt nicht so sehr dem Gewohnten sondern der Verwendung der Produkte, also z. B. in Gemüse, Power-Proteine, Kernige Körner, usw. Am Ende gibt es ein Glossar zu verschiedenen Zutaten und das Inhaltsverzeichnis. Mit beidem habe ich meine Probleme: das Glossar ist weiß auf dunklem Grund gedruckt, was für mich schwierig zu lesen ist und das Register unterliegt der heute modernen Einteilung nach Keywords. Das macht Sinn im Netz, aber als Inhaltsverzeichnis in einem Kochbuch finde ich es suboptimal. Vielleicht bin ich auch nur altmodisch. Egal, das soll nicht das Kriterium für den Kauf des Buches sein, sondern der Wunsch, sich mit asiatisch – australischem Touch gut, lecker und ausgewogen zu ernähren. (AT Verlag, ISBN 978-3-03800-929-0)

Meine gesunde Küche

Titelbild: Meine gesunde Küche

Johanna Maier, die österreichische Hauben- und Sterneköchin hat sich in diesem Buch ganz dem Thema „täglich gesund essen“ verschrieben. Die Grundlage dafür hat sie mit einer Ausbildung in „Traditioneller europäischer Heilkunde“ geschaffen. Nun verbindet sie in diesem Buch – Meine gesunde Küche – ihr unübertroffenes Küchen-KnowHow mit dem neu gewonnenen Wissen. Dafür hat sie Küchenklassiker und Rezepte für jeden Tag einer Überprüfung unterzogen und sie quasi neu ausgerichtet, z. B. Steirisches Wurzelfleisch, Kalbsrahmgulasch, Kürbiscremesuppe und vieles mehr. Auch für besondere Anlässe, seien es Feste oder einen Abend zu zweit finden Sie hier aufregende Rezepte. Die Autorin erklärt im Intro des Buches die Zutaten, die sie benutzt und welche gesundheitlichen Auswirkungen diese haben. Schon beim Lesen werden Sie feststellen, dass die Rezepte „rund“ sind und geschmacklich spannende Versuchungen verheißen. Ich fand den Bittersalat mit Birnen, Rüben und Nüssen toll und als ausgemachte Suppenkasperin die Fünf-Elemente-Suppen. Griesflammeri, Hafer-Porridge und lauwarmer Rhabarber mit Vanilleeis sind perfekt, wenn einen die Gier nach Süßem überkommt. Die Rezepte werden aufgewertet mit schön fotografierten Bildern und viele Informationen um Lebensmittel und ihre Verwendung. Falls Sie noch einen Büchergutschein haben, nutzen Sie ihn für dieses Buch. Und falls Sie Küchennovizen beschenken möchten: Perfekt! (Servus, ISBN 978-3-7104-0108-4)

Suppe Satt!

Titelbild: Suppe Satt

Seelenwärmer für jede Jahreszeit – dieses Buch hat keinen Glamour und verspricht auch keine Sensationen, stattdessen finden wir Suppe satt!. Und zwar in den denkbar besten Variationen, schnell gekochte, leise gesimmerte, länger brodelnde. Obwohl das Buch schon eine Weile auf dem Markt ist, möchte ich es Ihnen hier vorstellen, denn es hat die – der Titel sagt es schon – Seelenwärmer, die auch den Leib gut wärmen im November auf der Zielgeraden zum Winter. Gerade, wenn einem der Schüttelfrost schon den Rücken runterläuft, empfiehlt es sich, eine schöne warme gesunde Suppe zu essen, um das Wohlbefinden und die Abwehrkräfte zu steigern. Und solche Suppen finden Sie in diesem Büchlein von Karen Meyer-Rebentisch en masse. Wobei die Autorin sowohl theoretisch als auch praktisch weiß, wovon sie schreibt. Sie ist Journalistin mit dem Schwerpunkt Garten- und Küchenthemen und betreibt auch eine eigene Website unter www.gemuese-info.de, die ebenfalls äußerst informativ mit dem Thema Gemüse umgeht. Klar, dass ich mir die Herbst- und Wintersuppen vorgenommen habe: Kürbissuppe mit Curry und Frischkäse – eine Offenbarung, schnelle wärmende Gemüsesuppe mit Currypaste – das Richtige an einem nebligen Tag und natürlich die Rote-Bete-Suppe mit Hackbällchen (bei mir ohne Hackbällchen) – nur lecker!

Bevor es zu den jahreszeitlich sortierten Rezepten geht, hat die Autorin die verwendeten Gemüsesorten kurz beschrieben, das erhellt ein wenig auch, warum saisonale Produkte die besseren sind; die Saisontabelle am Ende des Buches hilft beim Einkauf. Fast alle Bilder für Suppe Satt! hat Frau Meyer-Rebentisch selbst geschossen, man merkt die intensive Befassung mit dem Thema. Jetzt kaufen! (blv Verlag, ISBN 978-3-8354-1469-3)

Das vegetarische Kochbuch

Titelbild: Das vegetarische Kochbuch

Eine eigene TV-Sendung, ein eigener YouTube-Kanal, ein Fotostudio, das auf Foodfotografie spezialisiert ist, diverse Bücher und einen Bauerngarten an einem bayerischen See, den sie selbst bewirtschaftet: man weiß nicht, wann Barbara Bonisolli das alles macht, denn man darf vermuten, dass auch ihr Tag nur 24 Stunden hat. Wobei, wenn man im Garten wurschtelt und in der Erde wühlt, dehnt sich die Zeit automatisch. Das neueste Ergebnis dieses Gewurschtels habe ich mir angesehen, „Das vegetarische Kochbuch“.

Es geht der Autorin nicht darum, die vegetarische Lebensweise zu propagieren, sondern sie hat, wie wir alle, die einen Garten bewirtschaften, festgestellt, dass man oft gar kein Fleisch braucht, wenn man die eigenen Gemüse und Kräuter beernten und immer wieder anders kombinieren kann. Und da finden sich sehr ansprechende Ergebnisse in ihrem Buch: Spinatsalat mit Avocado und Apfel, Frittierte Linsenbällchen mit Joghurt-Gurken-Dill-Dip, Überbackene Auberginenröllchen mit Brezenfüllung oder Rote-Bete-Ravioli mit frittierter Brennnessel. Ich habe die Pappardelle mit Wurzelbolognese (Pastinake und Zucker habe ich rausgelassen) ausprobiert und Kartoffel mit Endivien und Haselnüssen (in meinem Fall mit Mandeln). Beide Gericht sind recht schnell zubereitet und sehr lecker. Die Wurzelbolognese läßt sich zudem gut einfrieren, also immer etwas mehr kochen.

Übrigens finden Sie in diesem Buch recht viele Rezepte zur Haltbarmachung von Gemüse, z. B. zum Einlegen von Salzzitronen und Essiggurken oder auch zur Herstellung eines Apfelgelees mit Holunderblütensirup (auch lecker). Es gibt ein paar Basics, wie die Zubereitung einer Gemüsebrühe oder das Rezept für Rotes Sauerkraut. Alles ist, wen wundert’s, sehr schön bebildert, der Appetit kommt schon beim Anschauen.

Das Inhaltsverzeichnis ist nach Jahreszeiten untergliedert, was die Rezeptsuche erleichtert und hat eine extra Rubrik für Eingemachtes / Basics. Ein bißchen verwirrend finde ich das Register am Ende des Buches: Die Zuordnung der Gerichte zu den Gemüsen ist nicht immer konsistent, so findet sich der Zuckerschotensalat zwar beim Knoblauch, aber nicht bei den Erbsen. Allerdings beeinträchtigt das nicht die Geschmackserlebnisse, die Sie mit diesen Rezepten erzielen können. (Callwey, ISBN 978-3-7667-2072-6, EUR 36,00)

Casual Cooking

Titelseite: Casual Cooking

Schon zu der Zeit, als ich noch in Frankfurt wohnte, war Zweitausendeins meine bevorzugte Anlaufadresse, wenn ich mal was jenseits des Mainstreams haben oder mein Budget nicht so strapazieren wollte. So habe ich auch mal wieder zugegriffen, als Casual Cooking von Pete Evans auf der Verkaufsliste stand. Und ich kann Ihnen sagen, das war kein Fehler.

Pete Evans ist ein bekannter Fernsehkoch, Restaurantbesitzer und Kochbuchautor in Australien, der im vorliegenden Buch Rezepte von Gerichten gesammelt hat, die er für seine Familie und Freunde kocht. Zum Einen sind die einführenden Beschreibungen unterhaltsam zu lesen, die Bilder sind ein Traum, von den Rezepten garnicht zu sprechen. Ihnen wird beim Lesen das Wasser im Munde zusammenlaufen.

Die Rezepte sind, trotz oft vieler Zutaten, einfach zuzubereiten und transportieren den Hauch von Urlaub, den man hin und wieder im Leben braucht: Bananen – Dattel – Porridge zum Frühstück, warmer Spargelsalat mit Büffelmozarella und Kirschtomaten für die Vegetarier, panierter Fisch mit Artischocken – Sauce Tatare für die Fischliebhaber, Caesars Salad mit Hähnchenfleisch, Spaghetti Bolognese auf chinesische Art, ich könnte schon wieder in die Küche gehen…..

Nachtisch gibt’s natürlich auch, z. B. Milchreis mit Rotwein-Rhabarber oder Pflaumen- Tarte Tatin. Ausprobiert habe ich den bunten Babymöhrensalat, das richtige Gericht, wenn es heiß ist und Essen nicht ganz oben auf der Liste steht. Die Vinaigrette braucht ein bißchen Zeit, aber das Ergebnis lohnt die Mühe (und ich glaube, man könnte sie auch in größeren Mengen vorbereiten und im Kühlschrank verwahren). Probieren Sie das eine oder anderen Rezept aus und lassen Sie mich wissen, ob es Sie auch so begeistert hat. (Collection Rolf Heyne, ISBN 978-3-89910-561-2, EUR 29,90, bei Zweitausendeins für 9,95). Leider gibt es Zweitausendeins nicht mehr in Frankfurt, Sie müssen sich eine andere Einkaufsquelle suchen.