Das Indianerbeet

Das Indianerbeet

Letztes Jahr nahm ich an einer Tagung teil, bei der ein Redner mit dem Thema antrat „Gebt dem Mais seine Bohne zurück“. Leider war das Ziel nicht Mischkultur und die Ernährung, sondern die Gewinnung von Grünmasse für die Biogasanlage.
Da ist mir das vorliegende Buch von Dr. Nathalie Faßmann – Das Indianerbeet – doch wesentlich lieber. Auch sie ficht für die uralte Anbaumethode, vergisst aber nicht den Kürbis, der dazu gehört, und legt den entscheidenden Schwerpunkt auf die menschliche Ernährung. Ich war sehr angetan von dem Wissen, das die Autorin zusammengetragen hat und es lohnt für alle, die sich mit dem Thema der „Drei Schwestern im Garten“ befassen wollen, dieses Buch zu lesen.
Es beginnt damit, die Mischkulturform in ihrem historischen Kontext zu verorten, das Anbausystem zu erklären, auch seine Funktion in der Milpa, einem nachhaltigen mehrjährigen Permakultursystem aus Zentralamerika.
Dann geht es ans Eingemachte: wie und wann werden die Samen ausgebracht, es gibt da mehrere „Designs“, die alle ihren Ursprung bei den indigenen Völkern Amerikas haben. Wie plane ich das Beet am besten, wo soll es liegen und welche Ansprüche muss es erfüllen? Wie verhalten sich die Pflanzen im Jahresverlauf, welche Düngung und Pflege brauchen sie, usw, usf. Auch die einzelnen Pflanzenarten werden detailliert beschrieben bis hin zu Empfehlungen für die „Verpartnerung“.
Und zu guter Letzt gibt es in das Indianerbeet auch noch etliche Rezepte, Tipps für das Konservieren der – hoffentlich – reichen Ernte, Hinweise zum Erzeugen von Pflanzenjauche, zur Berechnung des Düngers und Bezugsquellen für das Saatgut. Mir hat das Buch gefallen: es ist unterhaltsam geschrieben, informativ und die Zeichnungen von Margret Schneevoigt verdeutlichen schwer Vorstellbares. (Pala Verlag, ISBN 978-3-89566-351-2)

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