Friede den Maulwürfen

Friede den Maulwuerfen

Friede den Maulwürfen

Dieses Buch zu besprechen bereitet mir große Probleme, denn wo anfangen? Bei Bösewichten und Plagegeistern? Bei Schädlingen und Nützlingen? Bei süßem Viehzeug, wenn es einzeln auftritt, in Massen aber eine Plage ist? Ich weiß es nicht.

Fangen wir damit an, dass Sigrid Tinz, die Autorin, jedem vermeintlichen Schädling eine Stimme gibt, was ziemlich witzig daher kommt.

Die Schnecke z. B. sagt, dass sie für die Rückführung organischen Materials in den Kreislauf der Natur verantwortlich ist und daher alles frisst, was nicht mehr frisch und knackig ist: „Eure ganzen Setzlinge zum Beispiel (…). Wie sie da liegen, drei Blättchen, die Wurzeln geknickt und verletzt, halbtot, hungrig und durstig (…). Denen geht es nicht gut, die können weg.“ Aus der Sicht, tja….. Muss man mal überdenken; oder was meinen Sie?

Oder der Mehltau, der sich darauf beruft, für jede Pflanze einen eigenen zu haben, für Gurken, Trauben, Astern, Zucchini, Rosen, Salat, etc. Und der sich auf „Fressen und gefressen werden“, beruft, was bedeutet, dass z. B. viele Marienkäferarten und andere Tierchen den Mehltau, also Pilze, gerne fressen. Ihn zu vermeiden, ist schon mit ein paar Maßnahmen, geeignete Standortwahl, gesundes Bodenleben, entspannte Gartennutzung, möglich.

So geht es fröhlich um alles, dem wir eine schädliche Wirkung im Garten zuschreiben, das aber bei naturnahem Gärtnern kaum je die Überhand bekommt.

Schlußendlich macht die Autorin, Journalistin und Umweltreferentin, klar, dass Totholzhaufen, Wasserstellen und wilde Ecken im Garten dazu führen, dass sich – zusammen mit den Nutz- oder Zierpflanzen – ein natürliches Gleichgewicht im Garten entwickelt, das Nutzen und Schaden austariert. Oder wie ich immer sage: „Wer einen Garten hat, muß teilen können.“ (Pala-Verlag, ISBN 978-3-89566-393-2, EUR 16,00)

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