Schlagwort: Gartenbuch

Mein Garten fürs Leben

Anfang Mai habe ich auf Instagram gepostet: Dieses Buch ist der Knaller, dabei hatte ich erst angefangen zu lesen. Und nun, nachdem ich mit „Mein Garten fürs Leben“ durch bin, kann ich das von ganzen Herzen bestätigen.

Was macht den Unterschied zu anderen Gartenbüchern? Das Wissen von Wolfram Franke, seine Art zu schreiben und dass er in seinem Buch Beobachtungen teilt, die ich auch gemacht habe, die aber nirgends sonst aufgeschrieben wurden. Ich habe mich darüber gefreut wir ein Kind. Wolfram Franke ist lange Jahre Chefredakteur von „kraut & rüben“ gewesen und zu seiner Zeit hat mir die Zeitschrift sehr gut gefallen. Das lag an dem wunderbaren Erzählstil, den er pflegte und der auch bei den Kolleg*innen üblich war. Und nun habe ich ihn in diesem Buch „Mein Garten fürs Leben“ wiedergefunden und bin total begeistert.

Der Autor belehrt nicht, sondern erzählt von den Erfolgen und Misserfolgen, die er bei der Anlage und Pflege seines Mitte der 1990er Jahre übernommenen Gartens gemacht hat. Das reicht von der Planung über die Erstbepflanzung (und dabei gemachten Fehlern) bis zu Pflege und gelegentlichen Umgestaltung kleinerer Areale. Natürlich gab und gibt es in dem Garten eine Menge Zierpflanzen, gerne insektenfreundlich, aber immer nach Gusto ausgewählt. Es gibt eine Musikmuschel, einen Badeteich, Hochbeete in verschiedenen Formen und natürlich ein Gartenhäuschen, alles selbst geplant und gebaut.

Aber mich interessiert in erster Linie natürlich der Nutzgarten. Wolfram Franke gärtnert in Mischkultur und probiert alles zwischen Gertrud Frank und Marie-Luise Kreuter. Vieles davon habe ich auch schon probiert und bin oft zu gleichen Erkenntnissen gekommen, u. a., dass die geringen Erträge bei manchen Kürbissorten den Aufwand nicht lohnen. Ich steuere noch dazu bei, dass man in einem kleinen Haushalt garnicht so viele Kürbisgerichte zubereiten kann, ohne sich daran zu überessen.

Beim Thema Düngung beschreibt er, dass er Brennnesseljauche dazu benutzt, obwohl die Düngewirkung nicht nachgewiesen ist. Er hat aber festgestellt, dass die Pflanzen nach einer Gabe Brennnesseljauche einen regelrechten Wachstumsschub hinlegen. Das konnte ich bei meinen Versuchen damit auch feststellen, bin aber fälschlicherweise davon ausgegangen, dass es an der Düngewirkung liegt (wieder was gelernt).

Zu den jeweiligen Gartenarealen beschreibt er in einer kleinen Übersicht die Pflanzen, die er ausgewählt und mit denen er gute Erfahrungen gemacht hat. Schöne Fotos und übersichtliche Illustrationen ergänzen seine Ausführungen. Mir hat das Lesen ungeheuren Spaß gemacht und ich wünsche mir, dass das bei Ihnen auch so sein wird. (blv-Verlag, ISBN 978-3-96748-002-4, EUR 30,00)

Schön wild!

Schoen wild!

Das Buch Schön wild! ist noch nicht besprochen, aber ich habe schon einen Teil meines Gartens danach umgestaltet. Allein deshalb, weil mir die Zeichnung auf dem Titel so gut gefallen hat. Und, weil mir eine Freundin zwei Eibischpflanzen geschenkt hat. Und, weil ich noch eine alte massive Vorratsholzkiste gefunden habe, mit der ich nichts rechtes anzufangen wußte. Und, nachdem ich das Buch von vorne bis hinten durchgearbeitet habe.

Um es vorweg zu nehmen, ich kenne beide AutorInnen und weiß um die Qualität ihrer Arbeit. Hier haben sie erneut einen Beweis für ihre wirklich intensive Kenntnis der heimischen Fauna und Flora erbracht. Hätten Sie den Wildstauden-Garten von Friedhelm Strickler, der eine Wildstauden-Gärtnerei betreibt, schon mal gesehen, würden Sie mir recht geben. Brigitte Kleinod hat ebenfalls mehr als fünfundzwanzig Jahre Erfahrung in der Gestaltung naturnaher Gärten und ist fast ebenso lange als Autorin tätig.

Im vorliegenden Buch „Schön wild!“ haben die beiden zweiundzwanzig Vorschläge für eine Gartengestaltung mit heimischen Wildblumen und -stauden für jeden Gartenstandort zusammengestellt. Ich habe mir sie alle angeschaut und finde sie sehr gelungen.

Warum sollte man überhaupt den Garten mit Wildblumen rsp. Wildstauden bepflanzen? Ein so gestaltetes Areal bietet einer Vielzahl von Wildtieren und Insekten Heimat, Geborgenheit und Nahrung. Und hält, wenn man es richtig macht, die kleinen mehrbeinigen Nichtsnutze vom Gemüse fern, weil sich so viele Helfer im Garten einfinden, die den Gärtner unterstützen. U. a. ist in dem Buch auch beschrieben, dass die meisten ach so schönen Insektenhotels für viele Insekten gar keinen Nutzen haben, weil z. B. die Ausrichtung der Röhren falsch ist. Sie sind in der Regel waagerecht ausgerichtet, viele Tieren brauchen sie aber senkrecht.

Die AutorInnen beschreiben die Planung, Vorbereitung und Umsetzung einer Wildstaudenecke bis ins Detail. Jede/r kann anhand dieser Erklärungen so ein Beet zusammenstellen. Es gibt einfache übersichtliche Hilfen, wie z. B. Einkaufslisten mit Mengenangaben, Blühzeit, Blühfarben und Wuchshöhen. Es gibt Zeichnungen, die eine Vorstellung davon erzeugen, in welcher Reihenfolge und Intensität die Pflanzen und Blumenzwiebeln eingesetzt werden sollen.

Und es gibt die wunderschönen Zeichnungen von Heidi Janicek. Bei einigen hatte jemand die geniale Idee, sie über die Vorder- und Rückseite eines Blattes laufen zu lassen, so das man wahnsinnig neugierig wird auf die nächste Seite und damit die weitere Gestaltungsumsetzung.

Ich bin ziemlich sicher, das jede/r, der Anregungen für die naturnahe Umgestaltung seines Gartens sucht, hier fündig wird. Und Weihnachten ist ja auch nicht mehr weit. (Pala Verlag, ISBN 978-3-89566-367-3, EUR 19,90)

Gärtnern nach dem Terra-Preta-Prinzip

GaertnernachTerraPreta

Ja, ich suche mir die Bücher,

die ich besprechen möchte selbst aus. Und ja, auch dieses Buch habe ich mir ausgesucht. Allerdings komme ich damit an den Punkt, wo ich sagen muß: Nichts Neues am GärtnerInnen-Horizont.

Aber von vorne. Zunächst war ich überrascht, dass ein Buch aus dem Pala Verlag auf dem Titel nicht mit Zeichnungen sondern mit Fotos versehen ist. Ungewöhnlich, aber es gab das auch schon mal, als das Buch von Masanobu Fukuoka „Der Große Weg hat kein Tor“ erschienen ist.

Inhaltlich bietet es bereits Bekanntes: Sogenannte Schwarzerden gibt es überall auf der Welt, bei uns in Deutschland sogar an diversen Standorten, die auch für ihre besonderen Erträge bekannt sind: die Hildesheimer und Magdeburger Börde, das Vorgebirge bei Bonn, Rheinhessen, die Wetterau, der Rheingau, rund um den Kaiserstuhl und in der Nähe von Würzburg in der Gegend um Ochsenfurt (also bei mir vor der Haustüre), um nur einige zu nennen.

Die Besonderheit bei Terra-Preta ist die Verwendung von Holzkohle, die in den Gebieten des Amazonas bereits über Jahrhunderte gepflegt wurde. Proben aus diesem Gebiet zeigen, dass die Erden zwischen 2.000 und 8.000 Jahre als sind. Sie sind durch menschlichen Einfluß entstanden, was durch das Vorkommen von Tonscherben in diesen Böden erhärtet wird. Die Autorin, von Haus aus Historikerin, will in ihrem Buch zeigen, dass das Prinzip dieser Schwarzerden und damit deren Fruchtbarkeit auch mit den bei uns vor Ort verfügbaren Mitteln umgesetzt werden kann, sie bezieht Bokashi, Mischkulturen, Mulchen, Fermentation und EM in ihre Betrachtung mit ein, erklärt die Herstellung und die angepasste Verwendung in unterschiedlichen Böden.

Der Text ist in recht großer Schrift großzügig gesetzt und durch Fotos und Zeichnungen ergänzt. Der Serviceteil bietet Tipps zum weiterlesen, hilfreiche Adressen und Bezugsquellen für Saatgut und EM. Wer sich im Laufe seiner GärtnerInnen-Tätigkeit bereits mit dem Humusaufbau in kritischen Böden befaßt hat, wird hier nichts entscheidend Neues erfahren. Andrea Preißler – Abou El Fadil, begeisterte Freizeit-Gärtnerin, hat hier ein Buch mit Basics zusammengestellt, das AnfängerInnen eine gute Basis für den Umgang mit dem Boden und seiner Fruchtbarkeit bietet. (Pala Verlag, ISBN 978-3-89566-376-5, EUR 19,90)

Mein Naturgarten wie er mir gefällt

MeinNaturGartenwieermirgefaellt

Gartenplanung – was für ein langweiliges Wort, wenn ich doch nur einen Ort in der Natur haben will, um mich zu entspannen und mal Fünfe gerade sein zu lassen. Das denken sich viele, die sich auf das Abenteuer Garten einlassen, um dann festzustellen, dass sie entweder in der Arbeit ertrinken oder der Garten ein einziger unübersichtlicher Pflanzenwust wird.
Hier setzt das Buch von Dr. Natalie Fassmann an: Mein Naturgarten wie er mir gefällt. Für die, die schon wissen, was sie wollen und nur nach weiteren Anregungen suchen, findet sich gleich zu Beginn ein Stichwortverzeichnis, so dass die Orientierung keine Mühe macht. Ebensowenig Mühe macht sie für jene, die zunächst an ihren Garten nur Wünsche haben: still oder lebendig, naturnah oder bunt, für alle oder nur für sie alleine. Je nach Antwort springen sie gleich zum Kapitel, in dem ihre Ideen vertieft werden. Und dann kann man noch einfach im Buch stöbern.
Die einzelnen Themen sind so kurzweilig abgehandelt und mit Fotos und Illustrationen unterlegt, das keine Fragen offen bleiben. Unmengen Tipps und Tricks ergänzen das jeweilige Thema.
Auch ich konnte noch einiges lernen, z. B. vom „Blackbox-Gardening“, was nichts mit schwarzen Kästen zu tun hat, über Lasagnebeete, die nichts mit italienischem Essen zu tun haben bis hin zu „Meisenknödel de luxe“, die entgegen ihrer Bezeichnung für Meisen kein Luxus sind. Im Serviceteil finden sie außerdem den phänologischen Kalender und mehrere Listen empfehlenswerter Pflanzen für ausgewählte Standorte.
Die spezielle Anmutung, die der Ulmer Verlag seinen Gartenbüchern jetzt angedeihen läßt, sorgt dafür, dass man das Buch gerne in die Hand nimmt. Aber schauen Sie selbst. Das Buch ist auch für erfahrene GärtnerInnen eine Bereicherung. (Ulmer Verlag, ISBN 978-3-8186-0272-7, EUR 24,90)

Das Kraterbeet

Buchtitel: Das Kraterbeet

Als ich dieses Buch fertig gelesen hatte, ging mir folgender Gedanke durch den Kopf: Da ist doch die Gartenbau-Ingenieurin mit ihr durchgegangen (übrigens durchaus positiv gemeint)! Kraterbeete, Senkgärten, Sonnenfallen; im vorliegenden Buch hat Natalie Faßmann sich ausführlich mit „gebauten“ Beeten beschäftigt, die Vorteile dargelegt, die Nachteile nicht verschwiegen. Sehr gut gefällt mir der Abschnitt über das Mikroklima.

Natürlich weiß man, wenn man seinen Garten einige Jahre bewirtschaftet hat, das bestimmte Pflanzen an einem Ort besser wachsen als an einem anderen. Aber in diesem Buch finden Sie die Erklärungen dafür, sehr gut verdeutlicht mit diversen Zeichnungen, für die in diesem Falle Margret Schneevoigt verantwortlich zeichnet. Auch die Bestimmung der Bodenart, ohne das man aufwendige Laboruntersuchungen vornehmen muß, ist einleuchtend erklärt. Wie noch Vieles mehr: wie baut man ein Kraterbeet, wie wird es bepflanzt, wie wird es gepflegt, woran erkennt man die Bedürfnisse der Pflanzen, die man gesetzt bzw. gesät hat. Und warum sollte man überhaupt große Löcher in den Boden graben, statt ein „normales“ Beet zu bearbeiten?

Auch nützliche Pflanzenportraits finden sich in diesem informativen Buch aus dem Pala Verlag, ebenso wie jede Menge Tabellen: zur Mischkultur, zu Stark-, Mittel- und Schwachzehrern, zu Schädlingen, zu empfehlenswerten Pflanzen für bestimmte Gartensituationen, zu Mulchmaterialien, und und und. Zum Schluß wird noch Karl Foersters Senkgarten in Potsdam vorgestellt, der sozusagen ein erweitertes Kraterbeet ist. Natürlich fehlen nicht die Literaturhinweise und die Bezugsquellen. Falls Sie sich mit dem Gedanken tragen, in Ihrem Garten mal etwas Neues auszuprobieren, sollten Sie das Buch „Das Kraterbeet“ unbedingt ins Auge fassen. (Pala Verlag, ISBN 978-3-89566-355-0, EUR 14,00)